Virale Wurstbrote statt Kunst-Unterricht

Ein leckerer Hashtag überrollt Twitter und unsere Pausenbrot-Teller. Unzählige Hobby-Künstler kopieren altehrwürdige Meisterwerke der Kunstgeschichte mit Wurst, Käse und Aufstrich.

 

Vergiss coole Hipster-Führungen durch fancy Museen oder langweilige Dokus auf 3sat, wenn du dich mal wieder kulturell unterfordert fühlst und dich selbst dazu zwingen willst, dich ein bisschen mehr mit Kunst und Kultur zu beschäftigen.

Unter dem Hashtag #KunstGeschichteAlsBrotBelag kannst du dich einer ganzen Bewegung anschliessen, die es sich neuerdings zum Auftrag gemacht hat, sich mit bekannten – und vor allem kunsthistorisch relevanten – Werken alter Meister zu beschäftigen. Und dabei auch noch satt zu werden.

Ein Mondrian aus Frischkäse

Das Sprichwort vom brotlosen Künstler trifft hier gar nicht zu, denn: Anstatt einfach die Bilder anzustarren und vollkommen willkürlich aus irgendwelchen Farbklecksen oder Pinselstrichen tiefere Bedeutung herauszulesen, stellen wir die Kunstwerke unter vollem Einsatz mit allem, was unser Kühlschrank so herzugeben hat, einfach selbst nach.

Initiatorin des wohl lehrreichsten Twitter-Trends des Jahres ist die Twitter-Userin Marie Sophie Hingst aka «Fräulein Read On», die ein ziemlich schmackhaft aussehendes Brot mit Frischkäse, Blaubeeren, Käse und Tomate im unverkennbaren Stil des niederländischen Malers Piet Mondrian postete.

Mit Essen spielt man jetzt

Die Netzgemeinde liess sich nicht lumpen und sprang schnell auf den leckeren Zug auf. Innerhalb weniger Stunden schwirrten bereits unzählige Brot-Kreationen mit altbekannten Motiven durchs Internet. Von Dürers «Hase» in Form von Schokolade-Streuseln auf Toast, über Frida-Kahlo-Selbstportraits mit Avocado-Verzierung bis hin zu einem Werk namens «Die Bestädigkeit des Wurstbrots», als Tribut an Salvador Dalí.

Der Kreativität sind – wie es in der Kunst nun eben so üblich ist – keine Grenzen gesetzt. Und mal ganz ehrlich: Wie oft kommt es schon vor, dass man ohne schlechtem Gewissen mit Essen spielen darf und sich dabei gleichzeitig noch mit so schönen Themen wie Kunstgeschichte auseinandersetzt?


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1 Kommentar

P. Ariser vor 24 Tagen
Man kann sagen was man will, aber ein paar haben es voll drauf und Kunst auch verstanden. Andere der Brotkünstler werden wohl brotlose Kunst betreiben müssen. Der Feldhase ist keine Kunst sondern einfach nur einfarbig kopiert. Das gilt auch für das Michelangelo "Gemälde" wo man einfach versucht nachzuzeichnen. Hingegen sind der Dalí und der Matisse hervorragend künstlerisch interpretiert worden. Die Marilyn dazwischen ist wieder nur Kinderquatsch mit Michael. Der Schrei in der ersten Version ist deshalb nicht akzeptabel, weil das Brot einfach nur aufs Bild gelegt wurde, weil es formlich passte. Sozusagen Malen nach Zahlen, mit bereits vorgefertigten Flächen. 2. bis 3. Lebensjahr steht dort auf der Verpackung. Der zweite Schrei ist dann auch der letzte, ohne Worte. Die Perserin und der Angler sind ebenfalls nur kindliche Spielereien am Frühstückstisch. Beim van Gogh hat man es sich mit Nase, Augen, Augenbrauen leider versaut. Der DaVinci ist nur nachgemalt und nachmachen gilt nicht. Da Bob Ross selbst auch nie über kindliches Malen nach Zahlen hinaus kam, lass ich das nochmal knapp als Kunst durchgehen. Also nur Dalí, Matisse und Bob Ross, ich kann kaum glauben, dass ich den mit den anderen beiden im Bereich Kunstgeschichte im selben Satz nennen muss, gehen hier als Kunst und kunstgeschichtlich für die Nachwelt relevant, durch. Man war das ein langer Satz und meine Expertenmeinung wäre hiermit ebenfalls für die digitale Nachwelt niedergeschrieben.
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