Leben wir alle in einer Computer-Simulation?

Es ist eine grausame und gleichzeitig beruhigende Vorstellung: Ist unsere Realität vielleicht nur ein Game? Immer mehr Physiker – unter anderem Elon Musk – sind davon überzeugt.

Hast du «The Matrix» gesehen? Knapp zusammengefasst: In einer dystopischen Zukunft herrscht nicht mehr der Mensch über den Planeten – Maschinen mit künstlicher Intelligenz haben die Kontrolle übernommen. Die Menschen dienen nur noch als Energiequelle und ihre ganze Wahrnehmung ist eine Computer-Simulation.

Was nach Science Fiction klingt, ist bei genauerer Betrachtung gar nicht mehr so unrealistisch. Eine nicht zu unterschätzende Anzahl von Forschern hält die Vorstellung, dass es sich bei unserer Realität um eine Simulation handelt, mittlerweile für ziemlich wahrscheinlich. «What Is Life?» fragt auch ein neuer Kurzfilm (siehe oben), zusammengeschnitten aus Interviews von anerkannten Vertretern der sogenannten Simulationshypothese. Elon Musk ist einer davon – für ihn stehen die Chancen, dass wir nicht in einer Simulation leben, «eins zu einer Milliarde». Lass uns dir die Theorie möglichst simpel erklären.

Was ist das Leben überhaupt?

«Niemand existiert aus Absicht», heisst es in der gehypten Serie «Rick & Morty». Wir werden in diese Welt geworfen und haben nicht die geringste Ahnung, wieso. Irgendwann stirbst du und was danach passiert, wissen wir genauso wenig. Denk mal darüber nach, was das Leben und dein Bewusstsein überhaupt sind. Ausser Hirnkrämpfe wird dir die Frage nicht viel bringen. 

Das wichtigste Argument für die Simulationshypothese ist der technische Fortschritt, der sich bereits heute in Videospielen zeigt. Schau dir mal all die Hochglanz-Games der vergangenen Jahre an – es ist mittlerweile fast unmöglich, diese von Fotos oder Filmaufnahmen zu unterscheiden. In Kombination mit einer VR-Brille wird der digitale Raum so real, dass du bereits nach wenigen Minuten die wahre Welt komplett vergisst.

Von der virtuellen Realität zur simulierten Welt

Gehen wir nun einmal davon aus, dass der Fortschritt im gleich rasanten Tempo weitergeht. Schon bald werden wir die virtuelle Realität nicht mehr nur mit den Augen und Ohren erleben – es werden auch die restlichen Sinne miteinbezogen: Wir können dann künstlich Schmerzen erzeugen, Dinge «berühren», die gar nicht existieren, und Gerüche wahrnehmen, die gar nie da waren. Am Ende setzen wir uns morgens vielleicht nur noch in eine grosse Kapsel und bewegen uns komplett im virtuellen Raum, der uns jegliche Form der Wahrnehmung vorspielen kann.

Bleibt die Frage, warum überhaupt jemand – sei es eine höher entwickelte Zivilisation oder eine künstliche Intelligenz – die Realität simulieren sollte. Selbst wenn wir nicht wie in «Matrix» von Maschinen versklavt werden, könnte eine solche Simulation für die spätere Menschheit interessant sein. Zur Ahnenforschung etwa, also um zu verstehen, woher die künftige Zivilisation überhaupt kommt. Oder zur puren Unterhaltung – quasi die ultimative Form des Reality-TV.

Das Trilemma der Simulationshypothese

Diese Überlegungen führen zu einem Trilemma, entwickelt vom schwedischen Philosophen Nick Bostrom. Laut ihm muss eine der folgenden drei (hier leicht simplifiziert formulierten) Möglichkeiten zutreffen:

1. Die Menschheit wird ausgerottet, bevor sie fähig ist, eine realistische Computer-Simulation der Welt durchzuführen.
2. Die Menschheit hat keine Interesse daran, Realität zu simulieren.
3. Wir leben tatsächlich in einer Computer-Simulation.

In der ersten Möglichkeit sieht unsere Zukunft ziemlich düster aus. Die zweite lässt sich praktisch ausschliessen, wenn du bedenkst, dass wir bereits heute mit Games in künstliche Realitäten eintauchen. Und die dritte ... tja, das ist der Punkt.

Wie eine solche Simulation auf technischer Ebene funktioniert, müsste dir wohl ein Physiker erklären. Falls dich das Thema interessiert, wünschen wir aber frohes Googeln – verlauf dich einfach nicht, das Thema ist ein echtes Rabbithole.

Vielleicht existierst ja nur du

Als weiterer Denkanstoss, um deine Paranoia noch weiter zu triggern: Sollte deine ganze Wahrnehmung tatsächlich nur simuliert sein, stellt das ebenso die Existenz deiner Mitmenschen in Frage. Wenn die Welt, die du wahrnimmst, gar nicht real ist – warum sollten es dann deine Kollegen sein? Woher willst du wissen, dass der Typ neben dir genauso ein Bewusstsein hat wie du? Genauso gut könnte er ein Bot sein, eine künstliche Intelligenz und ebenso Teil der Computer-Simulation. «Ich denke, also bin ich», sagte Descartes – du hast aber keine Ahnung, ob die anderen Menschen auch «denken, also sind».

Die Simulationshypothese ist ein einziger Brainfuck und für uns Laien eher ein philosophisches Gedankenspiel als eine fassbare Theorie, wie für Musk und seine Kollegen. Trotzdem wollen wir deine Meinung dazu hören: Für wie glaubwürdig hältst du die Idee, dass unsere Realität nur eine Computer-Simulation ist? Diskutier in den Kommentaren mit.


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213 Kommentare

Manny vor 2 Monate
Seich
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Wismo vor 7 Monate
Wenn es die Unendlichkeit gibt, ist die Endlichkeit nur eine Erfahrung von Raum und Zeit.
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Neandertaler vor 9 Monate
Der Nichtwissensstand ist immer noch beträchtlicher, als was wir glauben zu Wissen. Persölich bin ich auch geneigt zu sagen, dass die Menscheitsgeschichte in absehbarer Zeit, wahrscheinlich neu geschrieben werden muss! Bis es soweit ist sollten wir für das Einstehen für das schon unsere Väter eingestanden sind: Solidarität, Brüderlichkeit und Freiheit.
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Walti vor 9 Monate
Da hat sich aber ein ganz böser Virus eingeschlichen! Die Frage ist nur: Wer hat's erfunden? Die Klingonen oder die Vulkanier oder gar die Schweizer?
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