Schule photoshoppt Schwarze auf Klassenfoto

Um Diversität zu demonstrieren, verpasste eine französische Kunstschule einigen ihrer Schülern eine neue Hautfarbe. Der Schuss ging nach hinten los.

Wenn du heute ein cooles Unternehmen oder eine coole Schule sein möchtest, ist es wichtig, dass bei dir Menschen aller Hautfarben vertreten sind. Dann schmeisst du noch ein paar LGBTQ-Menschen in den Mix, am besten hütest du noch eine bedrohte Tierart und bietest irgendwas mit Avocados oder Mate an und schon gehört du auch zu den modernen, coolen Organisationen.

Dieser Weg zum Guten hat leider einen Haken: Du musst tatsächlich ein buntes, vielfältiges und gutes Unternehmen sein. Denn ansonsten funktioniert diese Strategie leider nicht, wie die Geschichte der französischen Kunstschule Émile Cohl in Lyon beweist.

Studenten eingefärbt

Für eine Werbekampagne, die potentielle Studenten an den entstehenden Schulableger in Los Angeles locken soll, wollte die Schule ein an sich recht hübsches Foto einer Gruppe an Studis verwenden. Mit dem Bild gibts nur ein kleines Problem: Alle Menschen darauf sind weiss. Und nach Ansicht der zuständigen Werbeagentur ist das ein No-Go.

Was tut man also? Dunkelhäutige Statisten buchen? Oder gar farbige Studierende an die Schule aufnehmen? Naja, offensichtlich wäre dies für die Schule Émile Cohl ein zu grosser Aufwand. Entsprechend ging die von ihr gebuchte Agentur den Weg des kleinsten Widerstandes und photoshoppte flugs ein paar Dunkelhäutige unter die restlichen Studierenden. Das wird ja niemandem auffallen, oder?

Unterdurchschnittliche Photoshop-Skills

Tja, so funktioniert das im Internetzeitalter leider nicht. Eine Schülerin stolperte per Zufall über das Bild, stellte es auf Twitter und das Netz empörte sich nicht nur über das Blackwashing, sondern auch die eher unterdurchschnittliche Photoshop-Arbeit.

Die Schule entschuldigte sich im Nachhinein für die Aktion. «Die Kommunikationsagentur, die für die Kampagne zuständig war, entschied sich von selbst, die Haut einiger Schüler zu verdunkeln», sagte der Assistenzdirektor der Schule gegenüber CNN. Die Schule habe die Zusammenarbeit mit der Agentur mittlerweile eingestellt, sagt er weiter. Wohl eine weise Entscheidung – nicht nur wegen deren unterdurchschnittlichen Photoshop-Skills.


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121 Kommentare

Anony Mouse vor 7 Tagen
Was man nicht alles macht... um nicht als rassistisch zu gelten.
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Antwort von Globi vor 7 Tagen
Aus meiner Sicht ist das SEHR rassistisch!
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Luke vor 7 Tagen
Sind einfach zwei unterschiedliche Fotos - sieht man ja, wie auch die anderen Personen auf dem Bild die Arme und Gesichter anders positioniert haben 😉
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Miri vor 8 Tagen
Ich war schon in Lyon. Dort ist alles voller Schwarzer. Wieso haben sie nicht einfach zwei oder drei für die Erfüllung der Quote von der Strasse geholt und mit aufs Foto genommen? In Amerika kann man nämlich ohne Schwarze keine solchen Fotos veröffentlichen, da man dann sofort als Rassist gilt und es sich um einen "Weisse Kunstschule" handeln würde. Es geht also nur mit Weissen die man auf dem Foto einfärbt oder Schwarzen die man fürs Foto holt und keine Ahnung von Kunst haben.
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