Darüber sprechen wir nicht am Familientisch

Auf Reddit sammeln sich zurzeit User-Erfahrungen über Dinge, die innerhalb der Familie tabuisiert werden. Wir stellen euch ein paar Auszüge vor.

Zugegeben: Es gibt viele unangenehme Gesprächsthemen, die wir lieber nicht am Familientisch auspacken möchten. Egal ob es der sexuelle Missbrauch in der Familiengeschichte ist, der Suizidversuch der Mutter an den Feiertagen oder der Onkel, der so offensichtlich einen an der Klatsche hat, über den aber einfach niemand spricht.

Bei solch harten Themen erscheint das Wetter plötzlich als ein ziemlich relevantes Gesprächsthema, denn das Risiko, dabei jemandem zu nahe zu treten, ist praktisch nicht gegeben. Nur wie reagierst du, wenn deine Mutter letzten Silvesterabend absichtlich eine Überdosis Antidepressiva schluckt, es überlebt und mit dir vier Tage später zu Abend isst?

Mutter sagt Nein zum Leben

Da kommt es schon mal vor, dass dann strategisch auf den Nachbarn, der seinen Plastikmüll frech in die Restmülltonne wirft, ausgewichen wird und man daraufhin eine langweilige Umweltdebatte startet. Fakt bleibt trotzdem: Mutter wollte ursprünglich nicht mehr am Tisch sitzen.

Eine Reddit-Userin erzählt über die sexuellen Misshandlungen, die sich innerhalb der Familie zugetragen haben: «Mein Onkel hat meine Mutter neun Jahre lang vergewaltigt und niemand in ihrer Familie wollte es zugeben. Mittlerweile ist er gestorben und es stellte sich heraus, dass er auch seine Tochter vergewaltigte». Manchmal erscheint es easyer, gewisse Dinge unter den Teppich zu kehren, als ein enges Familienmitglied des Inzests und der Vergewaltigung zu bezichtigen.

Offene Kommunikation fördert

Genauso totgeschwiegen wird auch der Geisteszustand eines anderen Onkels: «Meine Familie denkt, dass mein Onkel schizophren ist, weil er meint Stimmen aus dem Himmel zu hören und Kreaturen aus der Hölle zu sehen. Wir haben uns damit abgefunden und reden uns einfach ein, dass er fromm ist.»

Die Beweggründe einer Tabuisierung reichen von Rücksichtnahme bis hin zur Scham. An sich total legitim, oder? Nicht immer – denn Kommunikation fördert ein Zusammenleben ungemein. Gerade, wenn es um Themen wie Depressionen, Suizid oder sexuellen Missbrauch geht, ist eine offene Kommunikationsbasis essentiell, auch wenn es sich um harte Brocken handelt.

Wie sieht das bei dir aus? Werden in deiner Familie gewisse Themen auch unter den Teppich gekehrt? Sag es uns in den Kommentaren.
 


2 Kommentare

Stern vor 3 Monate
Wir reden über Alles... Unter den Teppich kehren hilf Niemandem.
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Heiner Birrer vor 3 Monate
Bei uns war die Liebesbeziehung zwischen mir und meiner Schwester immer ein Tabu, bis heute, obschon es eigentlich alle mitbekommen haben müssen.
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