Der Kurs bei einem Youtube-Star kostete uns 60 Stutz

Der kontroverse Social-Media-Star Jake Paul will dir zeigen, wie du ein berühmter Influencer wirst. Wir haben seinen Kurs getestet.

Der Apfel fällt nicht weit von einem anderen Apfel. Logan Paul, seines Zeichens Ex-Vine-Star und nun Social-Media-Held, ging kürzlich durch die Medien, weil er in einem berüchtigten «Suizidwald» in Japan eine Leiche filmte und danach auf Youtube stellte.

Sein kleiner Bruder Jake ist ihm in vielen Aspekten ähnlich. Er nervt gerne seine Nachbaren, macht sich auch gerne über andere Menschen lustig und ist ein unsympathischer Fratboy-Typ. Und weil er sich ab und an einen Ausrutscher leistet – eine Entschuldigung kostet ja nichts –, verlor er seinen Video-Deal mit Disney und ist mittlerweile regelmässig Thema bei Youtube-Gossipchannels.

Auch DU kannst ein Star sein!

Dennoch: Er ist mit knapp 13 Millionen Abonnenten ein Teil der weltweiten Youtube-Spitze. Und er möchte dich lehren, wie du auch so erfolgreich werden kannst. Vor kurzem startete er deshalb «Edfluence», eine Webseite für Video-Tutorials, die dir zeigen, wie du auch ein multimillionenschwerer Social-Media-Star werden kannst.

Das müssen wir natürlich testen. Nicht nur für dich, sondern auch für uns. Vielleicht können wir bald den Job hier an den Nagel hängen und uns darum kümmern, wie wir am besten die gesponserte Uhr in unserem Pool-Foto verstecken können.

Versteckte Kosten

«Edfluence» kostet sieben Dollar. Zumindest behauptet das die Webseite zuerst. Nach der Zahlung wird einem offenbart, dass man sich damit gerade mal einen Bruchteil des enormen Wissens von Paul erkauft hat – nämlich das erste Kapitel des Kurses. Der volle Zugang kostet weitere 57 Dollar. Das weckt schon mal leichte Bedenken und kleinere Fehler auf der Webseite (wir mussten fünf Mal probieren die Gebühr zu bezahlen) helfen da nicht wirklich.

Der Kurs ist in verschiedene Kategorien aufgeteilt: Social Media im Allgemeinen, deine Marke, Snapchat, Youtube, Instagram, Gadgets, Videoproduktion oder musical.ly sind alles Kapitel mit meistens fünf bis sieben Videos. Das ist verdammt viel Material – aber ist es auch gut?

«Kauf dir einen Mac»

Die grundsätzliche Strategie ist rasch erklärt. Besorg dir ein Handy, finde heraus, was für ein Typ von Star du sein willst und zieh das durch: Prankster, Make-Up-Künstlerin oder Fitness-Blogger. Die Message lautet: Du kannst sein, was auch immer du sein willst. Cool. So etwas Ähnliches kennen wir von Paolo Coelho. Oder jedem zweitklassigen Motivationscoach. Naja, schade.

Widmen wir uns also den restlichen Kapiteln, beispielsweise der Videoproduktion. Darin empfiehlt Jake ganz banal: Kauf dir einen Mac, damit kannst du besser Videos schneiden. Danach erklärt er dir, dass du die Videos von deiner Kamera oder deinem Smartphone auf den Computer laden musst (!) und erklärt dir gleich, wie du das am besten anstellst.

Insta-Tipps

Ähnlich siehts beim Kapitel zu Instagram aus. Jake erklärt dir, dass du beispielsweise die Leute darum bitten sollst, deinen Post zu liken. Weil: Dann kriegst du mehr Likes. Oder er empfiehlt dir, schlicht bei allen Promis die Fotos zu kommentieren. Das macht ja ansonsten niemand, super Idee, mol. Aber fairerweise muss man sagen, dass man – zumindest als Influencer-Laie – doch den einen oder anderen nützlichen Tipp oder Hashtag in Erfahrung bringen kann. Beispielsweise: Besorge dir ein paar Leute, mit denen du gemeinsam Sache auf Insta machst – Shoutouts in der Story, Bilder des anderen reposten, gemeinsam Videos produzieren. Aber der Wissensgewinn dürfte sich für viele in Grenzen halten.

Alles in allem: Wenn ihr einem Social-Media-Millionär noch ein bisschen Kohle in den Arsch blasen wollt – bucht den Kurs. Ansonsten findet ihr die Infos eigentlich auch alle im Netz. Für gratis, versteht sich.


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10 Kommentare

feli vor 9 Monate
wer ist paolo coelho?kenn nur paulo?
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Antwort
Bruno vor 9 Monate
Also ich würdie NIE einen Kurs mit ihm nehmen. Jake Paul ist so mid Abstand das beste Beispiel von einem Idioten auf YouTube. Seine Videos haben absolut keinen Kontent, er kann nicht wirklich gute Musik oder Pranks machen. Es gibt viel bessere Leute auf YouTube die es verdient hätten bekannt zu werden. Aber Jake und Logan, haben so etwas nicht verdient, die sind eher ein schlechter Einfluss der Gesellschaft.
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Hirn Rissig vor 9 Monate
Achso, ihr bezahlt also Jake Paul, den Typen der sich im Japanischen "selbstmord Wald" Aokigahara über eine Leiche lustig gemacht hat und das auch noch auf Youtube lädt? Gut angelegtes Geld.
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Antwort von vor 9 Monate
Falsch, das war Logan Paul
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