Rapper legt sich mit SRF-Moderator an

Am Openair Frauenfeld lieferte Cloud-Rapper Yung Hurn dem SRF ein sehr merkwürdiges Interview. Und das nicht zum ersten Mal. Das Video ging nun viral.

Rückblende ans Openair Frauenfeld 2017: Der Cloud-Rapper Julian Sellmeister, besser bekannt als «Yung Hurn», gab SRF-Moderatorin Bettina Bestgen ein merkwürdiges und doch amüsantes Interview. Er spielte Fussball, lief umher, liess beiläufige Bemerkungen fallen. Nur die Fragen, die Bettina vorbereitet hatte, beantwortete der Zappelphilipp nicht. Das Team biss bei ihm auf Granit. Das ungeschnittene Video lud SRF Virus auf die Webseite und auf Youtube hoch – und es ging ab wie ein Zäpfchen. Laut SRF haben über eine Million Menschen das Video angeklickt.

«Er ist angepisst»

Auch am diesjährigen OAF trat Yung Hurn auf. Nach dem komischen Interview vom Vorjahr, wollte das Schweizer Radio und Fernsehen dem Wiener die noch offenen Fragen stellen und ihm eine zweite Chance geben. Das Management wies sie ab – Ivo Amarilli, Projektleiter des Festivalsommers bei SRF, gab aber nicht nach. Spontan erhielt er dann eine Interviewmöglichkeit. Statt der verantwortlichen Redaktorin musste Ivo zum Interview und stellte dem Musiker dieselben Fragen wie am Vorjahr. Das Interview wurde zum Albtraum eines jeden Moderators:

Aua. Wo fangen wir an? Bei der Entschuldigung, die Hurn verlangt, der Story mit dem thailändischen Mönch an der Tanke oder der innigen Umarmung zum Schluss? Es ist schwer, kein Mitleid mit Ivo zu haben. Deshalb lassen wir ihn sprechen.

Ivo, von einer Skala von eins bis zehn: Wie unangenehm war dir die Situation?
So zwischen acht und neun. Sieben bis acht Leute von seiner Entourage standen im Raum und haben alle das Interview gefilmt – das kam noch dazu.

Wolltest du das Interview nicht abbrechen?
Nein. Ich habe nach den verwirrenden zwei Minuten eine Strategie ausgeheckt – ich wollte das Gespräch nicht von mir aus abbrechen. Ich versuchte eher das Ganze so lang wie möglich hinauszuzögern. Sprich: Ich ging auf seine Spielchen ein.

Wieso?
Wenn man das Gespräch auf einer Metaebene anschaut, erfährt man mehr über seine Person. Mehr als in anderen Interviews. Schlussendlich ist es mir darum egal, dass ich «der Idiot» bin. Darum haben wirs so publiziert.

Habt ihr noch etwas von ihm gehört nach dem Gespräch?
Nein, er und seine Truppe sind einfach gegangen. Wir haben ihn nicht mehr gesehen und nicht mehr gehört.

Er war also ziemlich angepisst.
Ich glaube, er war nicht angepisst – er spielt eine Rolle.

Eine Rolle?
Ja. Er ist ein guter Zuhörer, hat sehr schnell gedacht und reagiert. Drogen waren keine im Spiel, nehme ich an. Der Typ ist clever und spielt einfach seinen Charakter «Yung Hurn» sehr gut – er ist berechnend. Das ist so meine Quintessenz. Sein Verhalten während der Unterhaltung war nun einfach die Retourkutsche. Jetzt ist sozusagen 1:1.

Wie war dein Abend nach diesem Debakel?
Ein Kameramann und eine Fotografin waren noch mit mir in diesem Raum. Als wir fertig waren, sassen wir zu dritt in diesem Raum, haben uns angeschaut und dachten nur: «WTF?». Und dann überlegten wir uns, was wir jetzt mit dem Interview machen. Wir analysierten das Video kurz und schliesslich haben wir entschieden, dass wir es so publizieren. That’s it. Der Abend ging dann normal weiter.

Nicht gross darüber nachgedacht?
Nein. Wir waren ja am Arbeiten.

Was hättest du im Nachhinein anders gemacht?
Ich kanns ja nicht wiederholen. Ich hätte mich mehr vorbereitet, damit ich nicht so verunsichert dort sitze. Vor allem am Anfang. Aber eben – es war ja alles so spontan!

Würdest du ihn nochmals interviewen, hättest du die Möglichkeit?
Nein, ich mache normalerweise keine Interviews. Das war einfach ein Notfall. Wenn wir nächstes Jahr wieder eins machen, müssten wir schauen, wer den Part übernimmt.

Wie reagieren andere auf das Video?
Ich kriege relativ viele Nachrichten momentan. Von Leuten, die mich kennen. Aber ich bekomme auch Facebook- oder Insta-Nachrichten von Menschen aus Deutschland beispielsweise, die ich nicht kenne. Sie schreiben dann so Dinge wie: «Du tust mir Leid» oder «Gut gemeistert». Aber auch «Du Hurensohn».

Wow.
Ja – das war ja klar. Die meisten schreiben aber, dass ich mich gut geschlagen habe.

Wie roch eigentlich der Finger, der schliesslich in deiner Nase landete?
Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern. Aus diesem Grund würde ich sagen, ziemlich neutral.


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59 Kommentare

M. vor 1 Monat
Das haben schon viele vor ihm gemacht, zb. DCVDNS, aber bei dem wars wenigstens noch witzig.
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Chris vor 1 Monat
Noch nie von Ihm gehört...
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vor 1 Monat
was het er gno
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Lars vor 1 Monat
Arroganter Wichtigtuer. Wird schon noch gegen nen Baum laufen. Das ist garantiert.
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